Gastbeitrag von Florian Märzendorfer, CEO & Co-Founder von FiP.S

Zwei junge Absolventen, Franz und Sandra, schließen gleichzeitig ihr Studium ab. Sie haben exakt dasselbe studiert – inklusive der Schwerpunkte. Sie haben sogar dieselben Noten.
Beide bewerben sich beim gleichen Unternehmen. Sie führen inhaltlich genau das gleiche Vorstellungsgespräch. Beide machen inhaltlich bei den Antworten keine Fehler. Auch ihre Gehaltsvorstellung ist exakt gleich. Sie sind wie eineiige Zwillinge. Und selbst das Geschlecht spielt in dem Fall keine Rolle.

Doch Sandra bekommt den Job. Franz ist frustriert.

Und der Grund hinter Franz‘ Frustration ist, dass er drei Vorstellungsgesprächsregeln nicht beachtet hat. Er hat vergessen zu lächeln. Er hat seine Antworten auswendig gelernt und er hat keine Stories erzählt.

Lächeln macht dich sympathischer

Stell dir vor du bist in der Personalabteilung und hast zwei exakt gleiche Kandidaten. Du musst dich entscheiden wer eingestellt wird. Vermutlich wirst du dich für die Person entscheiden, mit der die Kollegen bei der täglichen Arbeit mehr Spaß haben werden. Das hebt die Moral der ganzen Mannschaft. Die Person, die dir sympathischer war, bekommt den Job.

Ignorier diesen Rat nicht

Wenn du dies zum ersten Mal liest, denkst du dir vermutlich.

„Lächeln? Ist das euer Ernst? Das ist euer Tipp?“
Ja, das ist er. Weißt du was Lächeln noch macht?

Es gibt Studien, die zeigen, dass sogar erzwungenes Lächeln (also kein echtes Lächeln) Stress reduziert. Vermutlich ist es keine ganz schlechte Idee den Stresslevel zu senken, wenn du gerade im Vorstellungsgespräch sitzt. Natürlich musst du trotzdem die „richtigen“ Antworten auf die wichtigsten Fragen im Vorstellungsgespräch parat haben. Das behandeln wir übrigens im Artikel: Vorstellungsgespräch: Diese 3 Fragen musst du unbedingt beantworten können

Lächeln ist ansteckend

Sprich mit einer Person, die viel lächelt und du wirst selbst mehr lächeln. Du fühlst dich dadurch besser. Willst du, dass dein Gesprächspartner glücklich ist oder frustriert? Natürlich darfst du’s nicht übertreiben oder der Personaler denkt, du hast dir vor dem Gespräch irgendwelche Halluzinogene eingeworfen. Aber ein paar Mal mehr Lächeln kann einen Unterschied machen.

Der Hauptgrund warum Leute nicht lächeln ist die falsche Vorbereitung

Wenn du deine geplanten Antworten vollständig auswendig lernst, dann wirst du zum Roboter. Du antwortest in der gleichen Stimmlage und monoton. Das macht dich unsympathisch. Jüngste Studien sagen zwar voraus, dass wir alle mal durch Roboter ersetzt werden, aber bis dahin sollten wir uns noch wie Menschen benehmen. Selbst wenn du die sympathischste Person auf der Welt bist… Wenn du 45 Minuten lang wenig bis gar nicht lächelst UND monotone Antworten gibst, dann wirst du einfach unsympathisch wirken.

Lerne deshalb nicht alles auswendig

Auch dieser Rat hört sich im ersten Moment nach 08/15 Rat an. Aber du kannst dir nicht vorstellen wie viele JungabsolventInnen diesen Fehler machen. In Kombination mit zu kurzen oder zu langen Antworten ist dies der Todesstoß für die Chance den Job zu fixieren. Wenn du ungefähre Werte haben möchtest: Deine Antwort sollte nicht länger oder kürzer als 30 Sekunden bis 2 Minuten sein (Ausnahmen bestätigen die Regel). Der einfachste Weg beides zu vermeiden – nämlich monotone und/oder zu kurze bzw. zu lange Antworten – ist Stories vorzubereiten und zu erzählen.

Stories können dich vom guten zum „WOW“-Kandidaten machen

Stell dir einfach vor ein Kandidat gibt die Antwort: „Meine Stärken sind, dass ich teamfähig, kommunikativ und stressresistent bin.“ Was denkt sich der Personaler? Vermutlich kurz mal: Bitte erschießt mich, schon wieder so eine Antwort und zweitens kann er dir das glauben oder nicht. Wirklich wissen tut er es nicht.

Wie können wir das durch Stories ändern?

Diesmal erzählt der Kandidat nicht einfach nur 3 Eigenschaftswörter, sondern eine lebendige, selbst erlebte Story, die nur er erzählen kann. In der Story beweist er zum Beispiel, dass er stressresistent ist, weil er beim letzten Praktikum eine spezielle Aufgabe unter erschwerten Bedingungen perfekt erledigt hat.

Stories sind übrigens keine Märchen

Stories müssen natürlich wahr sein. Der Nebeneffekt davon ist, dass du sie immer mit voller Begeisterung und Authentizität erzählen wirst. Denn es sind deine Erlebnisse. Somit kann sie niemand anderer erzählen. Mit diesen Geschichten bleibst du erstens in Erinnerung, zweitens wirkst du sympathisch und drittens lieferst du sofort Beweise für alle deine Aussagen. Du bist nicht nur kommunikativ, sondern du beweist es auch sofort.

Aber was, wenn dir keine guten Stories einfallen

Das ist eigentlich gar nicht das wirkliche Problem. Wenn du wirklich nachdenkst und weißt, welche Eigenschaften du beweisen willst, dann fallen dir immer Stories dazu ein. Das wirkliche Problem ist: Welche Eigenschaften sind für den Job und den Personaler relevant? Was interessiert ihn wirklich? Die beste Story hilft dir nicht, wenn der Inhalt irrelevant für die Position ist. Wie du das vermeidest, kannst du am Ende des Artikels nachlesen.

Das sind also 3 der Regeln um nach dem Vorstellungsgespräch nicht frustriert zu sein

● Lächle mehr. Werde nicht zur Grinsekatze aus Alice im Wunderland, aber vergiss einfach nicht darauf zu lächeln.
● Versuche deine Antworten zwischen 30 Sekunden bis 2 Minuten zu halten und vermeide monotone Robotersprache.
● Erzähle Stories um authentisch zu sein und in Erinnerung zu bleiben.

Auf diesem Weg endest du nicht wie Franz frustriert, sondern bekommst wie Sandra den Job. Selbst wenn du die exakt gleichen Voraussetzungen mitbringst.

Deine nächsten Schritte

1. Wenn du noch mehr Material rund um’s Thema Vorstellungsgespräch lesen willst, dann startest du am besten mit Vorstellungsgespräch: Diese 3 Fragen musst du unbedingt beantworten können (inkl. der Bonusfrage „Wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?“)

2. Wenn du wissen willst wie du in 30 Tagen mehr als 20 perfekte Stories für dich kreierst, die Personaler dazu bringen „WOW, dich müssen wir einstellen“ zu sagen dann sieh dir unseren kostenlosen Kurs „Vom Studium zum Traumjob“ an (in Modul 4 behandeln wir genau das). In Modul 1 beschäftigen wir uns zum Beispiel damit wie du die Gedanken des Personalers „lesen“ kannst um genau herauszufinden welche Eigenschaften ihm wirklich wichtig sind.

3. Wenn du gerade erst am Anfang deines Bewerbungsprozesses stehst, dann solltest du das Studo Jobportal nutzen um die für dich geeignetsten Jobs zu finden.