Gastblog von Florian Märzendorfer (Finanzplaner, Experte für Uni- und FH-Absolventen und Gründer von FiP.S. Hasst Strandurlaube, liebt indisches Essen.)

Was haben ein Anschreiben und eine Kiwi gemeinsam? (Hoffentlich nicht allzu viel…)

1904 war eine Direktorin eines Mädcheninternats in Neuseeland auf einer Reise in China. Sie brachte Saatgut für chinesische Stachelbeeren aus China mit zurück und lies sie von einem Hobby-Gärtner pflanzen. 1910 wurden die ersten Stachelbeeren geerntet. Du fragst dich vielleicht was eine chinesische Stachelbeere ist…

Sie wurden ca. 50 Jahre später umbenannt – zu Kiwi. 1910 versuchten übrigens sowohl die USA als auch Großbritannien die Kiwi zu vermarkten. Alle ihre Anbauten wurden männliche Kiwifrüchte. Doch nur die weiblichen Kiwifrüchte sind genießbar. Wenn auch nur einer dieser Versuche eine weibliche Kiwifrucht produziert hätte, dann würden wir die Kiwi heute vermutlich nicht Kiwi nennen. Heute ist Neuseelands Kiwi Export eine Milliarden Dollar Industrie.

Von der Direktorin, über den Hobby-Gärtner bis zu den gescheiterten Versuchen der USA und Großbritannien… Glück und Zufall ist für den Erfolg der Kiwifrucht verantwortlich.

Du solltest dich nicht auf Glück und Zufall verlassen, wenn es darum geht das beste Anschreiben zu erstellen

Dein Motivationsschreiben muss das Beste sein, das ein HR-Manager jemals gesehen hat. Wir zeigen dir 2 Wege, die dir helfen ein perfektes Anschreiben zu kreieren. Falls du dich übrigens gerade fragst was ein Anschreiben, Motivationsschreiben und Bewerbungsschreiben unterscheidet: Gar nichts. In diesem Artikel verwenden wir alle drei Wörter und mit allen drei Wörter meinen wir dasselbe.

(Vorab, für Tipps zum Lebenslauf schau dir das an: „Lebenslauf schreiben: Wie du deine Praxiserfahrungen richtig darstellst um zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden“. In dem Artikel, den du gerade liest, geht’s rein um dein Motivationsschreiben)

Ja, selbst wenn du normalerweise Stunden damit verbringst ein weißes Blatt Papier anzustarren oder damit immer wieder einen Satz zu schreiben nur um ihn dann wieder zu löschen.

Schreiben.

Löschen.

Schreiben.

Löschen.

Wir alle kennen das. Und es ist verständlich – die paar Blätter Papier entscheiden vielleicht darüber, ob du deinen Traumjob bekommst oder nicht. Und es gibt vermutlich keinen Teil bei den Unterlagen, der frustrierender ist, als das Bewerbungsschreiben.

Wenn du folgende zwei Tipps befolgst, dann hängt der Erfolg deines Anschreibens nicht mehr von Glück oder Zufall ab. Und du wirst beim Schreiben nicht wahnsinnig.

A. „Gliedere“ dein Bewerbungsschreiben und sei dir bewusst welche Teile ein gutes Anschreiben ausmachen.

B. Schreib dein Motivationsschreiben in mehreren Schritten und les‘ es laut vor.

(Und am Ende des Artikels gibt’s eine kleine Überraschung für dich)

Starten wir mit dem ersten Punkt…

A) Gliedere dein Bewerbungsschreiben und sei dir bewusst welche Teile notwendig sind

Was ist der größte Fehler, den du machen kannst?

Einfach drauf loszuschreiben – ohne zu wissen wie dein Anschreiben oder dein Lebenslauf im Groben aussehen soll. Das ist wie ein Haus zu bauen, ohne einen Plan. Es funktioniert nicht. Ich selbst erwische mich dabei, wenn ich Artikel ohne ordentliche Outline schreibe. Oder besser gesagt: Versuche sie zu schreiben. Egal ob ein Artikel oder ein Motivationsschreiben, du brauchst vorher einen Plan.

Was macht ein geniales Anschreiben aus?

1. Die Begrüßung

Woher kennst du deinen Ansprechpartner für die Bewerbung bzw. die Person, an die du dein Bewerbungsschreiben richtest? Hast du auf einer Karrieremesse mit ihr gesprochen? Hast du vorab mit ihr telefoniert?

Das kannst du als Einstieg in das Bewerbungsschreiben nehmen.

Der Start sieht dann möglicherweise so aus:

  •  „Sehr geehrte Frau Schrempf,

danke für die Unterhaltung auf der Karrieremesse am 17.03. in Wien….“

Du rufst damit in Erinnerung von wo ihr euch kennt und musst nicht stundenlang überlegen was dein Einstiegssatz ist. Sofort danach kommt der wichtigste Teil deines Motivationsschreibens…

2. Das Herzstück deines Anschreibens

Wieso bewirbst du dich für exakt diese Stelle und warum sollten sie gerade dich einstellen? Das sind die zwei Fragen, die du mit deinem Motivationsschreiben beantworten solltest. Nicht aus deiner Sicht („Weil ich einen ersten Job brauche und Geld verdienen will“), sondern aus der Sicht des Unternehmens. Was bringst du mit, das dich zum perfekten Kandidaten für diesen Posten macht?

Da das Motivationsschreiben einfach nur ein Stück Papier ist und kein Face-to-Face-Meeting, solltest du deinen Enthusiasmus für den Job mit Worten zeigen. Das kannst du zum Beispiel mit folgendem Satz erreichen:

  •  „Ich bin begeistert, mich für die Stelle als Marketingassistent zu bewerben.“

Hört sich besser an als „Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle…“., oder?

Und dann folgt das eigentliche Herzstück deines Motivationsschreibens – die Gründe warum du den Job bekommen solltest. Die müssen natürlich an das jeweilige Unternehmen angepasst sein. Was sind die drei wichtigsten und ausschlaggebendsten Eigenschaften für den Job und wo hast du diese schon bewiesen?

Das Herzstück ist das Schwierigste und vermutlich jener Teil, den du am meisten Umschreiben, Abändern und Verfluchen wirst.

Machen wir ein schnelles Beispiel. Du hast in deiner Recherche herausgefunden, es ist dem Unternehmen enorm wichtig, dass ihre Mitarbeiter lernfreudig sind und sich schnell neues Wissen aneignen können (das mag übrigens so ziemlich jeder Arbeitgeber).

Ein Teil deines Motivationsschreibens könnte so aussehen:

  • Ich liebe es neue Dinge zu lernen und anzuwenden. Für mein letztes Marketingprojekt bei der Firma XY brachte ich mir selbstständig innerhalb von zwei Wochen bei wie man Informationsvideos & Podcasts produziert. Seitdem nutzen mehr als 15.000 Kunden diese Inhalte.

Das Entscheidende ist, wie bereits oben erwähnt, dass die beschriebene Eigenschaft für das Unternehmen und den Job relevant ist. Was dem Unternehmen wichtig ist, solltest du also bereits vor dem Verfassen deines Anschreibens herausgefunden haben.

Ein Weg, um sofort die Aufmerksamkeit der Personaler zu bekommen ist deine Beispiele mit einem Satz wie: „Das sind die drei Gründe warum sie mich einstellen sollten:“ zu beginnen. Wenn du das als HR-Manager liest, dann willst du weiterlesen. Das ist wie der Cliffhanger einer genialen Serie. Du willst unbedingt wissen wie’s weitergeht. Die Eigenschaften, untermauert mit echten Beispielen, müssen dann natürlich auch genial sein.

3. Abschluss & die nächsten Schritte

Nachdem du das Herzstück deines Bewerbungsschreibens fertig hast, folgt noch der passende Abschluss. Das kann ein Satz sein wie:

  • „Ich bin davon überzeugt, dass meine bisherigen Erfahrungen und meine Ausbildung eine Bereicherung für XY sind und freue mich auf ein persönliches Gespräch.“

Ich muss dir vermutlich nicht erzählen, dass du aktiv schreibst und keinen Konjunktiv verwendest („Ich würde mich auf ein persönliches Gespräch freuen…“). Der Konjunktiv wirkt, wie wenn du ohnehin mit einer Absage rechnest, aber es einfach mal probieren wolltest. Mach das nicht.

Ganz am Schluss, solltest du übrigens noch deine Unterschrift einfügen – das ist jetzt kein KO-Kriterium, aber für dich kein riesiger Aufwand und es macht das Bewerbungsschreiben nochmals runder. Bei digitalen Bewerbungen genügt es einfach die handgeschriebene Unterschrift einzuscannen und einzufügen.

Im nächsten Teil sehen wir uns an, was du beim konkreten „Schreiben“ beachten solltest. Noch mehr zum Inhaltlichen des Motivationsschreibens kannst du übrigens im Artikel „Bewerbungsschreiben: Wie du jeden Personaler beeindruckst“ nachlesen.

B) Schreib dein Motivationsschreiben in mehreren Schritten & lies es laut vor

Du solltest nicht erwarten, dass du dein Anschreiben in 30 Minuten fertig hast. Ein geniales Motivationsschreiben zu produzieren dauert einfach länger. J.R.R. Tolkien benötigte ca. 12 Jahre für Herr der Ringe. Ja, du schreibst jetzt nicht über Mittelerde oder produzierst eines der bestverkauften Bücher aller Zeiten…

Aber ein richtig gutes Motivationsschreiben benötigt Zeit

Wenn du zu schreiben beginnst, dann habe ich folgende Tipps für dich:

1.) Bevor du startest, such dir alle Materialien über den Job und die Firma zusammen. Du solltest bereits wissen, auf welche Eigenschaften du eingehen willst.

2.) Schreib danach einfach mal drauf los, ohne zu editieren. Kürzen, verbessern und umschreiben solltest du nachher machen.

3.) Du musst dein Motivationsschreiben nicht auf einmal fertigschreiben. Wenn du im Schreibflow bist, dann kannst du das natürlich gerne machen. Aber es ist nicht notwendig. Schreib einen herausragenden Grund von drei und dann lass dein Anschreiben mal für ein paar Stunden ruhen (ein bisschen so wie bei einem Teig für einen guten Kuchen 🙂 ).

Ein einziger Tipp dazu: Mach dir zumindest Notizen und Stichwörter wie du weiterschreiben willst. Das hilft dir, wenn du nach der Pause wieder vorm PC sitzt.

4.) Wenn alles fertig ist, dann lies das Motivationsschreiben laut vor. Wenn du es laut vorliest, bemerkst du leichter was nicht passt. Holprige Formulierungen werden dir sofort auffallen.

5.) Editiere, kürze und verbessere ohne Gnade. Das ist meistens das frustrierendste nach dem eigentlichen Schreiben. Aber nimm dir auch dafür Zeit. Vermutlich solltest du das Bewerbungsschreiben auch einfach mal liegen lassen und am nächsten Tag ein letztes Mal (laut!) „Drüberlesen“.

Wenn du die Punkte A & B befolgst, dann kann beim Anschreiben nicht mehr viel schief gehen.

Aber ist das Anschreiben überhaupt noch notwendig? Die Personaler sehen sich das ja sowieso nur ganz kurz an…

Ja, bei einer Flut von Bewerbungen, werden Personaler nicht 3 Stunden pro Bewerbungsschreiben aufwenden. Im Durchschnitt wird’s pro Dokument (bei der Erstsichtung) vermutlich auf 15-30 Sekunden kommen. Aber nicht bei deinen Unterlagen.

Denn wenn du die Tipps aus Punkt A) befolgst, dann will der Personaler weiterlesen. Dein Bewerbungsschreiben ist dann nämlich endlich eines, das nicht aussieht wie die hundert anderen 08/15 Copy/Paste Anschreiben.

Aber wie geht’s dann weiter… Das Bewerbungsschreiben alleine reicht ja nicht aus, oder?

Das Motivationsschreiben ist nur ein Teil des großen Ganzen. Das vorrangige Ziel deines Anschreibens ist ins Vorstellungsgespräch zu kommen. Aber es fehlt auch noch der Lebenslauf. Außerdem bringt der beste Lebenslauf nichts, wenn du dann im Vorstellungsgespräch versagst oder bei der Gehaltsverhandlung.

Und hier kommt die kleine Überraschung ins Spiel, die ich am Anfang des Blogs angekündigt haben.

Wir von FiP.S haben den ultimativen Toolkit für deinen Bewerbungsprozess zusammengestellt.

Der Toolkit inkludiert unter anderem

  • DIE 17-PUNKTE CHECKLISTE FÜR EIN GROSSARTIGES ANSCHREIBEN & EINEN HERVORRAGENDEN LEBENSLAUF
  • DIE 20 PUNKTE CHECKLISTE FÜR EIN BRILLANTES VORSTELLUNGSGESPRÄCH
  • DEN FiP.S GEHALTSREPORT UM HERAUSZUFINDEN WAS DU ZUM JOBEINSTIEG VERDIENEN SOLLTEST
  • DIE CHECKLISTE FÜR DEN PERFEKTEN KARRIEREMESSE-BESUCH

Du kannst dir den ultimativen Bewerbungs – Toolkit hier OHNE KOSTEN downloaden.

Oh und falls du dich wunderst, wo du für dich als Student die passenden Jobs findest: Sieh dir unbedingt das Studo-Jobportal an. Auch in der Studo App unter Jobs verfügbar.