Gastbeitrag von Florian Märzendorfer, CEO & Co-Founder von FiP.S

Kann eine Checkliste dein Leben retten?

Vor kurzem habe ich (= Florian von FiP.S) das Buch “The Checklist Manifesto” (von Atul Gawande) gelesen. Der Autor des Buches zeigte unter anderem, dass der Einsatz von Checklisten in der Intensivstation die Aufenthaltsdauer der Patienten halbierte. Infektionen gingen massiv zurück und wurden teilweise komplett vermieden. Durch Checklisten wurden Leben gerettet.

Der Vorteil von Checklisten ist nicht nur auf den Gesundheitsbereich begrenzt. Ein Pilot würde beispielsweise niemals ohne Checklisten ein Flugzeug fliegen. Richtig eingesetzt helfen uns Checklisten erfolgreich zu sein. Sie schützen uns vor Versagen.

Genau das soll diese “Finanz-Checkliste” zum Semesterstart für dich bewirken.

Sie soll dich davor schützen, dass du Dinge vergisst, die entscheidend für deinen finanziellen Erfolg sind. Oh und falls du das gerade NICHT zum Semesterstart liest… Keine Angst, die Punkte sind vor, während und nach dem Semesterstart relevant.

Diese drei Themen werden wir uns im Detail ansehen:

  • Notwendige Versicherungen: Wo bist du nicht oder warst du nie mitversichert?! Worauf ist im Detail bei den einzelnen Versicherungen zu achten?
  • Bankkonto: Wie kommst du zum günstigsten und besten Konto für dich?
  • Mehr als nur Basics: Was ist der nächste Schritt um deine Finanzen auf Vordermann zu bringen?

1. Notwendige Versicherungen: Worauf musst du wirklich achten und was solltest du nicht übersehen?

Als du “notwendige Versicherungen” gelesen hast, bist du vermutlich kurz mal weggeschlafen. Es ist nicht unbedingt das Thema, das dir einfällt, wenn du über spannendes Gesprächsmaterial nachdenkst, oder?

Wenn du das Thema allerdings ignorierst oder halberzig angehst, dann kann’s leider relativ schnell von “nicht spannend” zu “katastrophal” werden. Also sehen wir uns zuerst mal an, welche Versicherungen du unbedingt haben solltest…

Diese Versicherungen brauchst du unbedingt – auch wenn du noch voll im Studium bist

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung

Nachdem Checklisten kurz und prägnant sein sollen, werden wir in diesem Artikel keinen Roman zu den einzelnen Versicherungen schreiben, sondern einfach auf Mehrinformationen verlinken 🙂

Um zu wissen worauf’s bei der Unfallversicherung wirklich ankommt kannst du den Artikel: “Private Unfallversicherung – Warum du vermutlich zu viel bezahlst, selbst wenn du glaubst, du bist gut versichert”  lesen. Hauptsächlich geht’s darum, dass du einmalig genug Kohle zur Verfügung hast, falls du einen dauerhaften Schaden durch einen Unfall erleidest, damit du dir deine Lebensumstände entsprechend neu einrichten kannst.

Die meisten glauben, dass sie durch Mitgliedschaft beim Alpenverein, ÖAMTC oder den Naturfreunden eh gut abgesichert sind…

Das ist allerdings ein Irrglaube. Die Mitgliedschaft deckt nämlich in den meisten Fällen nur Bergekosten ab – d.h. wenn dich beispielsweise ein Hubschrauber holen muss. Es geht bei der Unfallversicherung aber vor allem darum, dass du genug Kohle bekommst, wenn du durch einen Unfall zum Beispiel einen Arm nicht mehr benutzen kannst oder im Rollstuhl sitzt. Du bist übrigens nie einfach automatisch bei den Eltern mitversichert. Deine Eltern müssen die Unfallversicherung explizit für dich gemacht haben. Ansonsten besteht kein Versicherungsschutz. Selbst wenn du bereits eine Unfallversicherung hast, sollte die angesehen werden. Passt sie so wie sie ist oder geht’s besser?

Bei der Privathaftpflichtversicherung bist du meistens noch bei den Eltern mitversichert

Zumindest solange du noch zuhause mit deinem Hauptwohnsitz gemeldet bist, kein eigenes Geld verdienst und nicht über 27 Jahre alt bist. Die genauen Regeln sind je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich. Genau wenn’s um die Mitversicherung bei den Eltern geht (nicht nur bei der Privathaftpflicht) haben wir folgenden Artikel für dich: “Mitversicherung als Student: Wo bist du nicht mehr mitversichert (und wo warst du sowieso nie mitversichert)?”

Inklusive der Action Steps um herauszufinden ob bei dir persönlich Handlungsbedarf besteht (sozusgen eine Checkliste in der Checkliste 😉 ).

Was kosten die beiden Versicherungen jetzt?

Während des Studiums hat meistens keiner Geld zu verschenken (und später auch meistens nicht 😉 ). Glücklicherweise kostet eine sinnvolle Privathaftpflichtversicherung, falls du sie benötigst, unter 4,– € im Monat.

Eine sinnvolle Basisunfallversicherung bekommst du auch um 10,— bis 15,— € monatlich. Wenn’s finanziell wirklich gar nicht geht, dann kannst du die Unfallversicherung auch noch auf Jobstart verschieben.

Falls du dann noch Kohle übrig hast, solltest du ernsthaft über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken

Du denkst dir jetzt vielleicht:

“WTF? Meinen “Beruf” übe ich ja noch gar nicht aus?!“

Du wärst in dem Fall tatsächlich als Student versichert. Für die meisten Studienrichtungen gibt’s außerdem von guten Anbietern Pakete die zum Einstieg nur um die 12,— bis 15,— € monatlich für  1.000 € Rente kosten. Die 1.000 € Rente bekommst du, wenn du tatsächlich aufgrund von Krankheit (inkl. aller psychischen Krankheiten wie zum Beispiel Burnout) oder Unfall nicht mehr studieren kannst. Das ganze greift sobald du zu 50% oder mehr für länger als 6 Monate ausfällst.

Details zur Berufsunfähigkeit (inkl. diversen Quizfragen) kannst du hier nachlesen:

“Berufsunfähigkeitsversicherung – Eine alarmierende Anzahl von Absolventen in Österreich glaubt noch immer, dass sie keine brauchen”

Der Vorteil des frühen Einstiegs spart dir auf Dauer Geld. Denn je später du die Berufsunfähigkeitsversicherung machst, desto teurer wird sie. Und wenn gesundheitlich mehr anfällt, bekommst du sie vielleicht gar nicht mehr oder nur mit hohen Zuschlägen (=teurer).

Im Moment denkst du dir vielleicht noch:

“Aber warte mal, hab ich nicht auch die ÖH? Wie sieht’s mit der Versicherung bei der ÖH aus?”

Ja, durch deinen ÖH-Beitrag hast du automatisch vor allem zwei Versicherungen. Eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung. Leider hat die Absicherung in dem Paket ein paar Schönheitsfehler.

Was ist das Problem bei der Unfallversicherung?

Bei der Unfallversicherung ist die maximale Leistung bei 100% Invalidität zu gering (aktuell 100.000 €). Stell dir einfach vor, du sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl (ich weiß, keine nette Vorstellung)… 100.000 € sind zwar ok, aber richtig weit kommst du da bei notwendigen Umbauten & Co nicht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Unfallversicherung nicht immer gilt. Wenn du auf der Uni bist, Veranstaltungen der ÖH besuchst oder Praktika & Weiterbildung machst, dann gilt die Versicherung. Wenn du in den Sommerferien aber einen Urlaub machst, der absolut null mit deinem Studium zu tun hat und dort passiert dir was… dann hast du gar keinen Versicherungsschutz.

Wie schaut’s bei der Privathaftpflicht aus?

Hier sieht der Geltungsbereich ähnlich aus. Und das ist das Problem. Was ist, wenn du einen Schaden verursachst, der nicht in den Geltungsbereich fällt? Dann wird’s relativ schnell ungemütlich.

Zusammenfassend kann man zur ÖH-Versicherung sagen, dass es super ist, dass es sie gibt. Besser als gar keine Versicherung ist sie auf jeden Fall.

Aber es ist ein bisschen wie Autofahren und nur in 50% der Fälle einen Sicherheitsgut anzulegen. Das kann gut gehen… wenn’s schief geht, dann wird’s dramatisch.

2. Bankkonto: Wie kommst du zum besten und günstigsten Bankkonto für dich?

Vorweg: Keine Angst, das wird nicht so lange wie alles zu den Versicherungen 😉

Grundsätzlich darf dir ein Bankkonto als Student NICHTS kosten. Falls du aus irgendeinem Grund im Moment Gebühren für dein Konto bezahlst, dann ist’s Zeit zu wechseln.

Wie findest du jetzt das beste Bankkonto für dich?

Ich hab hier einen Artikel für dich, in den du mehr dazu lesen kannst:

Die Semester-Start Checkliste von iamstudent  – dort ist ein Teil exklusiv über’s Studentenkonto. Den Rest solltest du dir auch durchlesen 😉 Falls du ein Bankkonto wählst, das nach deiner Studentenzeit nicht mehr gratis ist (das gilt bei den meisten “Großbanken”), dann vergiss nicht:

Nach dem Studienabschluss und mit dem ersten Job solltest du zu einem Gratisanbieter wechseln. Dazu kannst du dann den Artikel “Hör auf Geld für dein Bankkonto zu verschwenden”  lesen.

Etwas das du im Kopf behalten solltest:

Du willst nur ein Gratiskonto. Lass dir nicht irgendwelche anderen Dinge aufschwatzen, bei denen du dir unsicher bist ob du sie wirklich brauchst, oder ob du wirklich gerade das beste Angebot in ganz Österreich bekommen hast. Falls das zu subtil war: Mach keine Privathaftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Bank. Ich garantiere dir, dass es NICHT das beste Angebot ist.

3. Mehr als nur Basics: Was ist der nächste Schritt um deine Finanzen auf Vordermann zu bringen?

Du hast jetzt also gecheckt ob bei deinen Versicherungen alles passt und dein Gratis-Bankkonto hast du auch.

Wie geht’s weiter?

Zu allererst… Gratulation. Du bist jetzt schon weiter als die meisten anderen an diesem Punkt.

Hier ist noch ein bisschen Lesematerial für dich:

Als kleine Zusammenfassung noch folgende Infografik:

Ich geb’s zu, das war jetzt keine “klassische” Checkliste. Wenn du die einzelnen Dinge befolgst und dir auch nur die Hälfte der Links ansiehst, dann ist die Auswirkung aber genau so groß wie die von guten Checklisten. Nein, du rettest damit keine Menschenleben. Aber DEIN Finanzleben ist gesünder und auf ewig dankbar 🙂

Wie geht’s weiter?

  1. Wenn du zuerst den richtigen Job bzw. Nebenjob brauchst um überhaupt über deine Finanzen nachdenken zu können, dann schau dir das Studo-Jobportal an.
  2. Wenn du in allen Versicherungs- und Finanzthemen Spezialdeals für Studenten bzw. Uni- und FH-Absolventen suchst, dann schau dir an was wir von FiP.S für dich machen können.