Ich kann mich zwar nicht mehr richtig daran erinnern, aber meine Mama hat mir die Geschichte viele Male erzählt…

Ich war 6 Jahre alt und durfte mit Mama einkaufen gehen. Das Beste daran: Sie hat mir versprochen, dass ich eine Süßigkeit meiner Wahl haben darf. Du kannst dir vorstellen, wie das für einen 6-Jährigen ist. Ich war begeistert. Doch dann passierte es…

Die Auswahl war zu groß. Es gab einfach zu viele coole Süßigkeiten. Ich kam zu meiner Mama mit “ein bisschen” mehr als einer Süßigkeit zurück. Und meine Mama sagte mir: “Wir haben ausgemacht, es gibt nur eine Süßigkeit.” Ich reagierte, wie jeder vernünftige 6-Jährige das machen würde: Ich fing an zu weinen und herumzujammern, dass ich alle Süßigkeiten haben will.

Die Auswahl war einfach zu groß, ich konnte mich nicht für eine einzelne Sache entscheiden. Ich wusste nicht, was ich wirklich wollte.

Ähnlich geht’s dir vielleicht, wenn du dich deinem Studienende näherst. Du kannst dich vielleicht nicht für einen Karriereweg entscheiden oder für die eine Firma.

Auf der einen Seite ist das cool: Viel Auswahl und viele Möglichkeiten. Die andere Seite ist allerdings, dass du vielleicht halb verzweifelst, weil du total unsicher bist was du machen willst und nicht die falsche Entscheidung treffen willst.

Genau bei diesem Problem hilft dir dieser Blogartikel. Egal ob du zu viel Auswahl hast oder dich einfach nicht entscheiden kannst.

Das erste das dir klar sein sollte ist…

Es ist normal unsicher zu sein

Nicht exakt zu wissen, was du nach deinem Studium machen willst, ist völlig normal. Mach’ dir also keine Sorgen, wenn du im Moment noch nicht weißt wo’s hingehen soll. Es ist außerdem nicht schlimm, falls du der erste Job nicht gleich das Richtige für dich ist.

Sieh dir ein paar der bekannten Beispiele an…

Jeff Bezos von Amazon war im Computer Science Bereich in Finanzfirmen tätig, bevor er Anfang 30 Amazon gründete.

Vera Wang, eine der erfolgreichsten Modedesignerinnen, war Eiskunstläuferin und Journalistin, bevor sie mit 40 in der Modewelt Fuß fasste.

Walt Disney verlor seinen Job bei einer Zeitung, da er laut seinen Vorgesetzten “keine guten Ideen hatte und es ihm an Fantasie fehle”.

Stephen King erhielt mehr als 30 Absagen für sein erstes Buch. King warf es in den Müll. Seine Frau holte es wieder raus und ermutigte ihn, es doch nochmal zu probieren…

Diese vier Beispiele sollen dir zwei Dinge verdeutlichen:

  • Das erste was du frisch nach dem Studium machst, wird nicht dein gesamtes Leben bestimmen. Selbst wenn du eine vermeintlich “falsche Wahl” triffst. Gerade in jungen Jahren solltest du dich nicht damit wahnsinnig machen ob du am “richtigen” Karrierepfad bist.
  • Und zweitens: Du solltst dich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Wie dem auch sei… es wäre trotzdem nett eine gewisse “Guideline” oder einen “Masterplan” zu haben um herauszufinden was du machen willst, oder?

Hier kommt die Streetfood-Markt-Technik ins Spiel

Stell dir vor du bist auf einem Streetfood-Markt. Unzählige Gastronomen bieten die verschiedensten Gerichte und Essensvarianten an. Wirst du bei allen Anbietern eine ganze Portion essen? Höchst unwahrscheinlich, außer du trainierst gerade für einen “Essenswettbewerb”.

Aber du siehst dir die verschiedenen Anbieter und Essensvariationen an, du riechst die verschiedenen Aromen und du wirst bei ein paar Anbietern kleine Kostproben nehmen. Von dem Gericht, dass dich am meisten überzeugt isst du eine ganze Portion.

Genau dasselbe solltest du mit potentiellen Jobrichtungen und Unternehmen machen

Im ersten Schritt listest du einfach mal alles auf, was dir einfällt.

Und ich meine wirklich ALLES. Egal ob du etwas als nicht erfüllbaren Traum empfindest oder dir denkst, das kannst du sowieso nie machen.

Du hast ein Wirtschaftsstudium, aber denkst dir Bäcker zu werden wäre cool?

Auf die Liste damit.

Im Grunde sollst du eine Liste an Job-Titeln bekommen, die dich grundsätzlich interessieren.

Ohne Einschränkungen.

Das ist wie das Anbieterverzeichnis am Streetfood-Markt. Im Anschluss solltest du unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Tätigkeit: Was bedeutet der Job wirklich? Was machst du tatsächlich in dem Job?
  • Reisetätigkeiten: Wie viel wirst du reisen? Bist du viel unterwegs oder nur im Büro?
  • Geld: Was wirst du dort verdienen? Passt das mit deinen Zielen zusammen?
  • Karrierechancen: Wie sehen potentielle Karrierewege aus? Wie passt das mit deiner Lebensplanung zusammen?
  • Work-Life Balance: Wie sieht’s mit Freizeit und Arbeitszeit aus?

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Du kannst sie erweitern oder kürzen. Die Idee ist, dass du jeden einzelnen Punkt auch als “Kriterium” siehst.

Angenommen wir wählen aus obiger Liste folgende Kriterien aus:

  • Geld
  • Karrierechancen
  • Work-Life Balance
  • Reisetätigkeiten

aus.

Wenn du jetzt ein “echtes” Bewertungssystem machen willst, und dir Geld und Karrierechancen am Wichtigsten sind, dann wirst du die zwei höher gewichten. Vielleicht mit jeweils 40% deiner Wertung und Work-Life Balance und Reisetätigkeiten bekommen jeweils 10%.

Jetzt fehlt nur noch Punkte zu vergeben (zum Beispiel 5=höchste Punktzahl, 0=niedrigste) und dann die einzelnen Job-Titel zu bewerten und zu vergleichen. Der Jobtitel mit der höchsten Punktzahl wird deine A-Priorität.

(Übrigens: Die Street-Food-Markt-Technik ist nur eine der Taktiken und Techniken die wir in unserem ultimativen Bewerbungstraining für StudentInnen inkludieren.

Wenn du wissen willst wie du in Zukunft jeden Personaler beeindruckst, dann schau dir „Vom Studium zum Traumjob“ an.

Du musst allerdings kein Punktesystem inklusive Gewichtung der Kriterien einführen.

Du kannst die Liste auch einfach subjektiv und gefühlsmäßig bewerten.

Wenn du zum Beispiel reisen hasst und herausfindest, dass es für den Job unumgänglich ist, dass du viel unterwegs bist, wird der Job nicht mehr deine erste Priorität sein.

Wenn du herausfindest, dass du damit rechnen musst, dass du die ersten 5 Jahre jede Woche 70h arbeitest und das für dich wie ein Todesurteil ist, wird der Job nicht mehr so aufregend sein.

Wenn die tagtäglichen Aufgaben total langweilig für dich klingen, wird der Job eine niedrigere Priorität bekommen beziehungsweise ganz ausscheiden.

Das sind wie die Kostproben und Aromen am Streetfood-Markt, du willst einfach mal herausfinden was dir schmeckt, ohne dass du zu viel investierst.

Egal ob du’s mit Bewertungssystem oder nach Gefühl machst…

 Wie kannst du die Kriterien und Fragen jetzt eigentlich beantworten?

Wie findest du heraus was ein bestimmter Job inkludiert und ob du dort zum Beispiel viel oder wenig reist?

Das einfachste ist mal eine Internetrecherche über den Jobtitel zu machen. Nimm dazu zum Beispiel XING oder LinkedIn als Hilfe und sprich mit Menschen, die diesen Job haben oder schon mal gemacht haben. Du wirst rasch herausfinden, ob der Job für dich interessant bleibt, oder nicht.

Karrieremessen eignen sich dazu übrigens auch sehr gut. Check’ vorher wer auf der Karrieremesse ist und sprich explizit über die Jobs die dich interessieren.

Dasselbe gilt übrigens für Unternehmen an sich

Du kannst auch potentielle Unternehmen bei denen du arbeiten willst durchleuchten. Wenn du strikte Kleidungsvorschriften hasst, dann werden vermutlich die meisten Banken die falsche Richtung für dich sein.

Du hast natürlich auch mit diesen Maßnahmen nicht die Garantie, dass dein Weg perfekt passt. Aber die Chance, dass du komplette Fehlgriffe bei der Jobwahl machst, ist viel geringer.

Vor allem vergeudest du keine Zeit mit Jobrichtungen und Unternehmen, die sich dann nach Monaten oder im worst-case erst nach Jahren als komplett falscher Weg herausstellen.

Aber was, wenn du trotzdem einen “falschen” Weg einschlägst?

 

Überleg dir, ob du in dem Job “Karriere-Kapital” sammeln kannst. Was meine ich damit? Cal Newport beschreibt Karriere-Kapital als Fähigkeiten die du besitzt, die selten und wertvoll für deine gesamte Karriere sind. Wenn du also der Meinung bist, dass du genau solche Fähigkeiten in einem Job sammeln kannst, dann solltest du vorerst auch einen Job behalten der dich nervt.

Wenn du kein Karriere-Kapital sammeln kannst UND der Job nervt dich… Dann such dir asap einen neuen Job und verschwende nicht länger deine Zeit.

Aber machen wir nochmal einen Schritt zurück

Bevor wir uns darüber Gedanken machen, ob uns ein Job nervt und wir ihn wieder verlassen sollen, müssen wir erst mal den Job bekommen. Damit dir das in Zukunft immer gelingt, haben wir was für dich…

Deine nächsten Schritte

Wenn du in Zukunft

  • Jeden Personaler beeindrucken willst,
  • Weltklasse im Vorstellungsgespräch werden willst und
  • Jedes mal die mit Abstand beste Bewerbung abliefern willst…

Dann solltest du dir unser ultimatives Bewerbungstraining “Vom Studium zum Traumjob” ansehen.

Hier kannst du direkt mehr zum Training erfahren.

Wenn du willst, dann kannst du auch mit unserem FiP.S Bot sprechen – er erzählt dir gerne was dir “Vom Studium zum Traumjob” bringt.

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